„Gesundheitsgefahr vertuscht“

Gesundheitsgefahr vor unserer Haustür
Um die Feinstaubbelastung in unserer Region zu ermitteln wurden unter anderem in Heiligenkreuz zwei Messungen durchgeführt. Die erste vom 26. 09.2005 bis zum 13.02.2006, die zweite wurde am 24. 07. 2006 begonnen und läuft noch, Werte für diese Messungen sind allerdings noch nicht verfügbar.
Die hohe Feinstaubbelastung in Heiligenkreuz ist mittlerweile bekannt, denn Grüne und Bürgerinitiativen (AgS7) haben immer wieder auf die Überschreitungen der Feinstaubgrenze hingewiesen. In Heiligenkreuz ist nicht nur die Anzahl der Überschreitungen sondern auch deren Höhe besonders bedenklich.


Im Herbst 2005 kam es in Heiligenkreuz zu 12 Überschreitungen des Tagesgrenzwertes, im Jahr 2006 sind schon Mitte Feber 25 Überschreitungen aufgetreten – 30 pro Jahr wären erlaubt. (Zählt man die Werte für die Winterperiode 2005/2006 zusammen, sind das 37 Überschreitungen!)
Die in Heiligenkreuz gemessenen Werte waren außerdem teilweise drei mal so hoch wie der erlaubte Grenzwert!

Gesundheitspolitik im Burgenland: ein Witz?!
Laut Immissionsschutzgesetz-Luft müssen ab der 30. Überschreitung von der Landesregierung Maßnahmen zur Senkung der Feinstaubbelastung ergriffen werden. Im Falle von Heiligenkreuz wurde eine Maßnahme gesetzt, die garantiert, dass die 30. Überschreitung nicht erreicht bzw. besser gesagt nicht gemessen wird: Denn die Messstation wurde einfach abmontiert! Das ist natürlich eine Möglichkeit wie man mit dem Problem umgehen kann. Es scheint der Weg zu sein, auf dem bei uns die Politik mit Problemen um: sie unter den Tisch kehren und hoffen, dass niemand etwas merkt. Sonst könnten ja eventuell andere Projekte, die man heimlich umsetzen will, gefährdet sein.

Gesundheitspolitik, die wohl eher geeignet wäre
In einer Verordnung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft über belastete Gebiete (Luft) zum Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz 2000 wurde das ganze Burgenland trotz abmontierter Messstationen – zum belasteten Gebiet erklärt.

Die Statuserhebung über die Feinstaubbelastung vom Umweltbundesamt führte dazu, dass der Bezirk Jennersdorf auch als voraussichtliches Sanierungsgebiet ausgewiesen wurde. Außerdem wurden Maßnahmen vorgeschlagen wie die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs im Südburgenland, Geschwindigkeitsbeschränkungen und deren Kontrollen, etc. die Feinstaubbelastung senken können.

Die Erhebung weist auch ganz klar darauf hin, dass weitere Projekte, durch die mit einer verstärkten Feinstaubbelastung für die Region zu rechnen ist, kritisch zu überdenken sind. Das Amt der Burgenländischen Landesregierung wird auch ausdrücklich aufgefordert entsprechend zu handeln!

Doch was passiert bei uns?
Die Feinstaubwerte sind online abrufbar. Auf der entsprechenden Seite im Internet ist bzw. war auch eine Grafik zu finden, die die Werte der Stationen Eisenstadt, Kittsee, Illmitz, Heiligenkreuz miteinander vergleicht bzw. verglichen hat.
Bekanntlich wurde von der Allianz gegen die S7 am 7. Oktober 2006 am Grenzübergang Heiligenkreuz eine Demonstration gegen die geplante Müllverbrennungsanlage abgehalten, die aufgrund zusätzlicher Verkehrsbelastung die Feinstaubbelastung weiter stark erhöhen würde. Die Demonstration wurde mit Hinweis auf die hohen Feinstaubwerte in Heiligenkreuz (zum Teil 3-fache Überschreitung der Grenzwerte) bei den zuständigen Behörden beantragt. Dabei wurde die Grafik vorgelegt, die die burgenländischen Messstationen miteinander vergleicht: Heiligenkreuz sticht als die Station mit den höchsten Werten hervor!

Nur wenige Tage später wurde diese Grafik aus dem Internet entfernt.
„Für mich stellt dies einen gesundheitspolitischen Skandal dar: Denn nicht nur, dass nichts gegen die bereits bestehende Gesundheitsbelastung und -gefahr für die Menschen in unserer Region unternommen wird, es wird auch noch versucht diese zu vertuschen!!!“

Nun, dieser Versuch ist nicht ganz geglückt. Wir konnten die Grafik vorher sichern und möchten Konsequenzen daraus gezogen haben! (siehe Download)
„Ich fordere die zuständigen PolitikerInnen nachdrücklich auf, ihre Verantwortung für die Gesundheit der Menschen wahrzunehmen und endlich Maßnahmen zu ergreifen, die unsere Gesundheit und Lebensqualität nachhaltig sichern. Es ist für mich unerträglich, dass in so einer Situation ständig von Projekten wie S7 oder einer Müllverbrennungsanlage gesprochen wird. Denn an solche Projekte kann vor allem aus gesundheitspolitischer Sicht in der jetzigen Situation nicht einmal gedacht werden!“

Feinstaub-Grafik_Vorher-Nachher

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