Ungarisch im Kindergarten?

In der Gemeinderatssitzung im Dezember habe ich vorgeschlagen, dass nun auch im Kindergarten das Erlernen der ungarischen Sprache gefördert werden soll.
Die Reaktionen darauf waren leider durchgehend negativ. Eine Gemeinderätin meinte sogar, dass Eltern, die das wollen ihre Kinder nach St. Gotthard in den Kindergarten schicken sollen! Als Hauptargument wurden die damit verbundenen Kosten ins Treffen geführt.
Ich meine dagegen: Wenn eine kleine Nachbargemeinde von Jennersdorf im Kindergarten ungarisch anbieten kann, sollte sich das doch auch der Bezirksvorort leisten können. Ich bitte um Diskussionsbeiträge zu diesem Thema.

Eltern wünschten sich ungarisch!
Beim Elternabend im Kindergarten im Herbst des Vorjahres hatten sich einige Eltern für eine Förderung der ungarischen Sprache auch im Kindergarten ausgesprochen. Um den entsprechenden Bedarf zu ermitteln, wurde von der Kindergartenleitung eine entsprechende Umfrage versprochen. Diese soll nun in den nächsten Wochen stattfinden.

Was spricht für diese Initiative?
– Kleinkinder lernen eine Fremdsprache „nebenbei“ und spielerisch
– im Kindergarten gibt es einige ungarisch sprechende Kinder
– Förderung guter nachbarschaftlicher Beziehungen
– bessere Chancen im zukünftigen Berufsleben
– zusätzliche finanzielle Mittel des Landes für den Mehraufwand in mehrsprachig geführten Kinderbetreuungseinrichtungen

Ungarisch in der Volksschule ist erfolgreich!
Ausgehend von einer Initiative engagierter Eltern wird in der Volksschule Jennersdorf seit einigen Jahren ungarisch als Freigegenstand angeboten. Dieses Angebot wird von den SchülerInnen gut angenommen. Nicht nur einzelne SchülerInnen, sondern auch ganze Klassen lernen inzwischen ungarisch. Bei den diversen Schulfeiern werden die Leistungen der Kinder immer wieder heftig beklatscht.

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15 Gedanken zu „Ungarisch im Kindergarten?“

  1. wunderbare idee! fährt man in unsere nachbarländer slovenien und ungarn, begegnet man viele deutsch sprechende menschen. wir beherrschen die sprache unserer nachbarn weit weniger bis gar nicht. und im kindergartenalter fällt das lernen noch leicht.

  2. Ungarisch wäre zukunftsorientiert… jedoch mit zusätzlichem Arbeitsaufwand verbunden und das ist für den Kindergarten anscheinend nicht möglich – dieser steht Neuerungen kritisch gegenüber… nur ja nichts verändern….

  3. NUR wenn es mehr druck seitens der eltern gibt, wird sich etwas verrändern. hier ist allerdings politisches (KEIN parteipolitisches) bewusstsein gefagt.

  4. In der kleinen Nachbargemeinde wurde bei einem Elternabend abgestimmt, ob Ungarisch spielerisch in den Kindergartenalltag einfließen soll, oder nicht. Die überwiegende Mehrheit war dafür. Auslöser für diese Abstimmung war folgender Bericht: http://burgenland.orf.at/stories/342550/
    Lt. dieser Mitteilung übernimmt das Land die Kosten der Pädagogin für die ersten 2 Jahre. Also verstehe ich das Argument mit dem finanziellen Aufwand nicht. Die Gemeinde muß zwar vorfinanzieren, bekommt die Auslagen aber wieder refundiert. So what!

  5. wo bleibt die abstimmung im kindergarten der „bezirkshauptstadt“ jennersdorf???
    in kleinen kindergärten wurde sie teilweise schon durchgeführt……

  6. Liebe housewife!

    Da einige Eltern beim Elternabend am 1. Oktober 2009 Interesse an ungarisch geäußert hatten, wurde eine entsprechende Umfrage versprochen.

    Zwischenzeitlich wurde von der Stadtgemeinde für das nächste Kindergartenjahre allerdings kein (!) Bedarf an gemischtsprachigen Gruppen an das Land gemeldet, obwohl ich in der Gemeinderatssitzung auf den entsprechenden Wunsch der Eltern hingewiesen habe.
    Ich habe dieser Bedarfserhebung deshalb auch meine Zustimmung verweigert.

    Die angekündigte Umfrage soll nun – wie oben gesagt – in den nächsten Wochen durchgeführt werden.

  7. viele kinder im kindergarten haben probleme mit der deutschen sprache und soweit ich weiß leben wir in österreich wo (noch) deutsch gesprochen wird, zunächst sollte die muttersprache gelernt werden und dann an eine fremdsprache gedacht werden.
    so wie das jetzt in der volksschule gehandhabt wird ist es in ordnung und wurde auch von der überwältigenden mehrheit der eltern beschlossen.

    der kindergarten in der „kleinen nachbargemeinde“ ist ein „alternativ“ geführter kindergarten – so wie es von einigen „gscheiten“ auch in der volksschule in jennersdorf versucht wurde, was offenbar kläglich gescheitert ist, ist sehr ruhig geworden der akademische chaotenclub drumherum.

  8. Lieber Sokrates,

    Philosoph und so uninformiert oder einfach nur unproduktiv polemisch?

    1. Der Kindergarten von dem ich gesprochen habe liegt in der Gemeinde Weichselbaum und dort gibt es nicht die von Dir schlecht geredete „Alternativschule“.
    Inzwischen haben auch im Kindergarten Jennersdorf um die 50 Eltern die Forderung nach ungarisch unterstützt und es wird kommen.
    Ich beglückwünsche die Eltern zu diesem Weitblick. Der Gemeinderat war ja noch anderer Meinung, als ich das zum Thema gemacht hatte.

    2. Zur Volksschule: Schön, dass Du mit ungarisch in der Volksschule einverstanden bist. Das ist ein Ergebnis der „kläglich gescheiterten“ Initiative des „akademischen Chaotenclubs“, wie Du es nennst. Du gibst den Eltern also im Nachhinein recht. Schön, gute Philosphen lernen dazu, ihr leben lang!

    3. Gescheitert sieht zudem anders aus: Denn inzwischen wird in einigen Klassen der Volksschule Jennersdorf das praktiziert, wofür sich informierte und engagierte Eltern eingesetzt haben. Warum das für die Kinder – insbesondere für nicht so begabte Kinder – wichtig ist, würde zu weit weg vom Thema führen. Ich würde darüber mit Dir gerne persönlich sprechen. Doch Du versteckst Dich ja leider hinter einem Pseudonym.

  9. Schön, daß sich so viele Eltern für ungarisch im Kindergarten eingesetzt haben. Wir sind Grenzbezirk und viele weigern sich nach wie vor etwas ungarisch zu lernen. Kinder aus Ungarn kommen zu uns in den Kindergarten und in die Schule um Deutsch zu lernen, für sie ist das selbverständlich.
    Dieser sogenannte „Chaotenclub“ bemüht sich noch immer und wird diesbezüglich nicht müde werden.

  10. @housewife
    ich weiß, das sind dann die kinder die die ersten 3 monate jeden morgen weinen weil sie kein wort deutsch verstehen und quasi ins kalte wasser geschmissen werden.

    @rudi
    es gibt leute, die ihre meinung z.b. berufsbedingt nicht öffentlich kundtun dürfen, könnte der weiteren laufbahn schaden, vor allem wenn man selbst kinder hat.
    ich finde das zwar traurig, aber in einer bananenrepublik wie österreich muß man sich damit eben abfinden.

    es hat seine richtigkeit haben, daß der frühe zugang zu einer sprache dem weiteren erlernen dieser dienlich ist, trotzdem ist das primäre ziel das erlernen der muttersprache und als nächsten schritt dann eine fremdsprache – vor allem wenn sie sich lautmäßig sehr unterscheidet.

    es ist merkwürdig dass die stimmen der alternativen akademiker ob der fehlenden lernerfolge ihrer sprößlinge immer leiser werden, es ist eigenartig daß mir ein landesschulinspektor erzählt es gäbe derartige alternative ansätze in keiner öffentlichen volksschule und wenn, dann möchte er das wissen und wird sich darum kümmern.

    ja es wird sogar gemunkelt der alternativplan von dem in eisenstadt offenbar keiner weiß – oder wissen darf – wurde erst durch eine 180 grad wende bestimmter jennersdorfer wichtigkeiten möglich, da sonst berufliche neuorientierung mit weniger freizeit angesagt gewesen wäre.

    wie du selbst schreibst geht diese methodik auf die schwächeren kinder zu – auf kosten der stärkeren; wäre eigentlich eher ein sozialistischer ansatz der sich ja in der „neuen mittelschule“ dann widerspiegelt mit der man sich „erfolge“ ja ersitzen kann, zumindest die mindestsicherung gleich nach der schulpflicht.

    wenn ich mich recht entsinne, dann wurde die sonderschule für allzu lernschwache gegründet und genau für die hat auch eine maria montessori ihre methoden entwickelt – für die kinder von denen niemand glaubte dass sie überhaupt fähig wären sich irgendwann selbst anzuziehen. kann jederzeit in fachpublikationen (und zwischenzeitlich auch bei wikipedia) nachgelesen werden.

    wenn der „akademische chaotenclub“ der in summe aus ein paar echten akademikern und vielen nachplapperinnen besteht, ihre kinder in dieser leistungsklasse sieht, dann ist das ja in ordnung, allerdings nicht auf kosten der anderen.

  11. Leute, die sich hinter irgendwelchen Pseudonymen
    verstecken und Meinungen öffentlich kundtun, sind
    es nicht wert, ernstgenommen zu werden, weil sie Angsthasen sind und niemals „Kriege“ gewinnen können. Unser Land braucht „Neue Helden“ (EAV).
    Liebe Rudi, verschwende bitte nicht deine wertvolle Zeit mit Leuten ohne Zivilcourage!

  12. @sokrates
    das ist wieder typisch, es werden nur negative Ereignisse aufgezeigt. Im Grunde hängt es nur vom jeweiligen Lehrer ab, wie er unterrichtet und seine Schüler „motiviert“.

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