Die Zäsur im Leben meines Bruders

DIE ZÄSUR IM LEBEN MEINES BRUDERS

Gedanken von Günter Mirth aus Zahling zur Fernsehdiskussion der Kandidaten für die BP-Wahl vom 27.11.2016 im ATV

Es war der 26.12.2004.Mein Bruder, ein staatlich geprüfter Schilehrer stürzt bei einem Schiunfall in Schladming so schwer, dass die Folgen bis heute spürbar und schmerzhaft sind.

Die Diagnose damals: Oberschenkelhalsbruch, Pneumothorax, Halswirbelverletzung, Nasenbeinbruch, Schleudertrauma und damit verbundene Teillähmung des rechten Arms und der Finger(Gefühllosigkeit), Knocheneiterung und Sepsis im Oberschenkelknochen auf Grund eines wahrscheinlichen Kunstfehlers bei der OP.

 Es folgen mehrere Operationen bis hin zum Ersetzen des Hüftgelenks, monatelanger Aufenthalt im Umfallkrankenhaus, Rehabilitation in Dobelbad, Aufenthalt in der Uniklinik in Innsbruck und ein jahrelanger Leidensweg mit täglichen Phantomschmerzen.

Die rechte Hand ist seit dem Unfall fast zur Gänze gelähmt. Lediglich am kleinen Finger ist das Wahrnehmen von leichten Gefühlen vorhanden.

Die letzte Operation im AHK in Wien in diesem Jahr war leider auch nicht von Erfolg geprägt.

 

Die Folgen:

Pensionierung! Im Jahr 2006! Ca. 800 € Pension. Zwei Kinder im Studium!

Mein Bruder konnte seinen Beruf als Schlosser nicht mehr ausüben. Ein Berufswechsel war, trotz des Bemühens und dem Willen meines Bruders, nicht möglich. Ein Posten als Portier in einem Spital wurde ihm verwehrt.

Sein Ansuchen um Behindertenpension wurde abgelehnt.

 

Warum schreibe ich das alles?

Weil es da einen Bundespräsidentschaftskandidaten Hofer gibt und ich seine ewige Jammerei, wie „arm“ er auf Grund seiner Behinderung ist und wie er wegen seiner Behinderung „diskriminiert“ werde, nicht mehr aushalte (gestern im ATV).

Warum tut er das! Ich denke, um Stimmen zu gewinnen. Es geht ihm nicht darum behinderten Menschen zu helfen, sondern darum seine eigene Behinderung für den Mitleidseffekt zu nutzen.

Das finde ich nicht fair allen behinderten Menschen gegenüber. Jeder behinderte Mensch in Österreich braucht die Unterstützung und die Solidarität der Mitbürger und der politisch verantwortlichen Menschen, damit diese Menschen zumindest eine finanzielle Absicherung haben.

Herr Hofer redet im Wahlkampf immer von den kleinen Leuten, die ihm angeblich so auf dem Herzen liegen.

Meine Frage:

Welcher österreichische Arbeitnehmer bekommt eine monatliche Gage von ca. 8000 €, ein Dienstauto und  kann dabei noch ein Jahr lang Wahlkampf machen.

Welcher Arbeitgeber würde das einem „normalen“ Arbeiter ermöglichen?

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