Qualifizierte Arbeitsplätze für Lumitech & Co statt Jobkiller Müllverbrennungsanlage

Problemregion Südburgenland als Chancenregion?

Das Südburgenland mit den Bezirken Oberwart, Güssing und Jennersdorf ist im Bereich der Arbeitsplatzsituation eine besonders sensible Region. Der Bezirk Jennersdorf hatte im
Dezember 2007 7387 (inkl. PendlerInnen) Angestellte oder ArbeiterInnen und eine Arbeitslosenrate von 9,4%. Damit ist Jennersdorf gleich an zweiter Stelle nach Oberwart, hier betrug die Arbeitslosigkeit 11,5 %. Bei den Jugendlichen lag die Arbeitslosigkeit sogar bei 14,7% (Bgld. 13,1%, OW: 13,5, Eisenstadt 14,9%). Mit Phasing out, dem aktuellen Förderprogramm der EU, wollen Bund und Land Burgenland gemeinsam zwischen 2007-2013 auch das Arbeitsplatzproblem im Mittel- und Südburgenland in Angriff nehmen. Das Programm sieht vor, die Höher-Qualifizierung der Menschen in diesen Regionen zu fördern. Dies soll Ausbildung aber auch Forschung und Entwicklung im Burgenland betreffen. 2001 wurde mit der Gründung des Technologiezentrums Jennersdorf der richtige Schritt gesetzt. Innovative Firmen aus den Bereichen Optoelektronik/LED-Technologien haben sich angesiedelt. Darunter erfolgreiche Betriebe wie Lumitech, Lexedi und TridonicAtco. Das burgenländische Lichttechnikunternehmen
Lumitech wurde vor kurzem für die Entwicklung energiesparender Beleuchtungssysteme mit dem österreichischen Staatspreis für Innovation ausgezeichnet. Im aktuellen Bezirksblatt-Güssing/Jennersdorf sowie in der BVZ wirbt der Betreiber des TZ-Jennersdorf per Inserat um neue Mieter. Mietflächen würden noch leer stehen, neue Betrieben werden angelockt. Obwohl das Südburgenland ein Arbeitsplatzproblem hat stellt sich die Frage, ob nachkommende zukunftsträchtige Betriebe genügend qualifizierte Arbeitskräfte aus der Region finden werden. Denn schon jetzt pendeln viele ArbeitnehmerInnen aus Graz ein. LH Niessl stolz vor die Kameras und gratuliert der Firma Lumitech zum großen Erfolg. Vor einem halben Jahr, als die Firma Lumitech Thema im Landtag war, hat die SPÖ-Landtagsfraktion kläglich versagt.
Landesregierung setzt auf lahmen Gaul und lässt Rennpferd davonziehen
Was war geschehen? Schon vor zwei Jahren hat die Firma Lumitech darauf hingewiesen, dass sie in Hinkunft, sollte die Forschung erfolgreich abgeschlossen werden, dringend gut qualifiziertes Personal für Optoelektronik benötigt. Und zwar auf allen Ebenen, angefangen von Lehrlingen, FacharbeiterInnen, MaturantInnen bis hin zu FH-AbgängerInnen. Der Schwerpunkt Optoelektronik sollte in der Lehrlingswerkstätte in Großpetersdorf, im BORG Jennersdorf und in der FH-Pinkafeld angeboten werden. Andernfalls würde sich mittel- und langfristig ein Problem ergeben den Standort Jennersdorf weiter entwickeln zu können. Ein wesentlicher Beitrag des Landes zur Absicherung der Humanressourcen für Optoelektronik wäre die Einführung eines Fachhochschulstudienganges für Optoelektronik in Pinkafeld, meinten die Manager von Lumitech und wandten sich an die Landesregierung mit der Bitte, einen FH-Studienlehrgang in Pinkafeld zu starten. Die verantwortlichen Manager des Betriebes hatten auch schon vorgearbeitet: ein Masterstudiumskonzept samt Lehrplan für einen FH-Abschluss „Optoelektronik“ wurde ausgearbeitet. In der Landtagssitzung vom 27. September 2007 wurde über dieses Thema diskutiert. Ergebnis: die SPÖ hat mit ihrer absoluten Mehrheit einem Studienlehrgang keine Zustimmung erteilt! Sie hat damit die Einführung des Studienlehrganges für Optoelektronik in Pinkafeld verhindert. Die Landesregierung fördert aber die geplante Müllverbrennungsanlage mit einer Summe von mehr als 10 Millionen Euro. Hier sollen 40 Arbeitsplätze entstehen, für die geringe Qualifikationsanforderungen gestellt werden. Dementsprechend sieht auch die Bezahlung aus. Für Jobs im Bereich der Optoelektronik braucht man Qualifikationen, damit steigt auch die Bezahlung.
Jobkiller Müllverbrennungsanlage Heiligenkreuz
Und was tut die Regierung? Sie fördert mit mehr als 10 Millionen Euro ein fragwürdiges Müllverbrennungsprojekt. Die Attraktivität dieser vierzig Arbeitsplätze mit Gestank, Staub und Lärm ist nicht mit jenen zu vergleichen, die in den High-Tech-Betrieben der Technolgiezentren Jennersdorf und Güssing geschaffen werden. Eine äußerst hinterfragenswürdige Aktion, wenn man bedenkt, dass die Müllverbrennungsanlage in den Bereichen Wellness und sanfter Tourismus die Schaffung neuer Arbeitsplätze bremsen und bestehende „killen“ wird. Auf der anderen Seite werden Betriebe angelockt, die Probleme haben, ausreichend qualifiziertes Personal aus der Region zu bekommen, da hier eine adäquate Ausbildungsstätte von der SPÖ-Absoluten verhindert wird! Diese Arbeitsplatzpolitik der SPÖ entbehrt jeder Logik und schadet dem Südburgenland langfristig mehr, als sie nutzt! Die Grünen fordern: So rasch wie nur möglich muss in Kooperation mit den Firmen und den Bildungseinrichtungen eine Ausbildungsmöglichkeit geschaffen und die nötigen Qualifizierungsangebote erstellt werden. Die Menschen in der Region Güssing und Jennersdorf können so von den positiven Veränderungen in der Region profitieren und attraktiven, qualifizierten und vor allem gut bezahlte Jobs ausüben!

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