Wir haben Tschernobyl nicht vergessen!!!

Heute jährt sich die Atomkatastrophe von Tschernobyl zum 23. Mal. Die Atomlobby glaubt offenbar, wir hätten diese Katastrophe schon vergessen. Dem ist nicht so. Noch heute leiden hunderttausende Menschen an den Folgen dieses bisher schwersten atomaren Unfalls, 5,5 Millionen Menschen leben in der verseuchten Zone, darunter mehr als eine Million Kinder.

Aber auch heute ist die Atomgefahr weiter präsent: Österreich ist umzingelt von 14 Atomkraftwerken mit fast 30 Reaktoren, die meisten davon mit veralteter Technologie, die als unsicher gelten. Auch das Burgenland ist stark gefährdet – drei Reaktoren befinden sich in unmittelbarer Nähe. Die neue slowenische Regierung etwa will in KrÅ¡ko (SLO, 150km von der burgenländischen Grenze entfernt) 2013 einen zweiten Reaktor bauen, in Mochovce (SK, ebenfalls 150km entfernt) wird bereits seit 1986 (!) an zwei Reaktoren nach Plänen aus den 1970er Jahren gebaut. Im AKW Paks (HU, 200km vom Südburgenland entfernt) gab es 2003 sogar einen schweren Störfall. Damals ist radioaktives Gas ausgetreten.

Unter dem Deckmantel des Klimaschutzes schwingt sich die Atomlobby nun zu einer von ihr ausgerufenen „Renaissance der Atomkraft“ auf. Atomkraft hat mit Klimaschutz nichts zu tun! Weder ist der Uran-Abbau, wie von der Atomlobby behauptet, CO2-neutral, noch ist Uran eine europäische Ressource (Uran ist wie Erdöl knapp) und es gibt auch kein sicheres Endlager.

Gerade daher ist es absurd, dass erst diese Woche von einer Mehrheit im EU-Parlament die Schaffung verbindlicher höchster Sicherheitsstandards für Atomanlagen abgelehnt wurde. Die schwachen Empfehlungen des Parlaments zu den Sicherheitsstandards sind eine reine Alibi-Handlung und wurden von den Grünen strikt abgelehnt. SPÖ und ÖVP haben sich ihrer Stimme enthalten und damit den österreichischen Anti-Atom-Konsens verraten.

Nach wie vor finanziert Österreich im Rahmen des Euratom-Vertrags die Atomkraft kräftig mit: Die ÖsterreicherInnen zahlen jährlich zig Millionen für eine Technologie, die sie nicht wollen und die der österreichischen Wirtschaft nicht zugute kommen, gleichzeitig wird
immer mehr Atomstrom importiert. In Zeiten der Wirtschaftskrise und von Sparbudgets ist das nicht einzusehen. Wir fordern
die sofortige Einstellung der Zahlungen an Euratom und die Investition dieses Geldes in Energiesparmaßnahmen und erneuerbare
Energie. Das schafft Arbeitsplätze und ist ein aktiver Beitrag zur Energiewende.

Landeshauptmann Hans Niessl und sein Stellvertreter Franz Steindl sollen sich endlich klar gegen Atomenergie aussprechen und Druck auf die Bundesregierung ausüben, diese kann sich zumindest für die Änderung des Euratom-Vertrags in einen Energie-Vertrag einsetzen und damit zig Millionen Euro in heimische Energien stecken.

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